Wie entsteht Mobbing ?

 

Die Auslöser für Mobbing können sehr vielfältig sein. Grundlage sind Konflikte, die innerhalb der Gruppe auftreten und jedem im Arbeitsleben schon begegnet sind. Typische Streßsituationen, in denen manche sich im Ton vergreifen und unter einem gewissen Druck rücksichtslos gegenüber den Kollegen agieren. Oft lassen sich solche Eskalationen klären, sobald wieder Ruhe eingekehrt ist.

Konfliktsituationen

Manche Konflikte werden jedoch nicht offen ausgetragen und spitzen sich dann zu. Zu einer Mobbing-Situation kommt es dann, wenn Konflikte verbal oder non-verbal über einen gewissen Zeitraum sytematisch ausgetragen werden. Die Grenzen verlaufen oftmals fließend und sind für jeden unterschiedlich wahrnehmbar.

Im Verlauf eines Mobbing-Konfliktes stehen sich der oder die Handelnden auf der einen und das unterlegene Mobbing-Opfer auf der anderen Seite dann gegenüber. In einem Dauerkonflikt standen sich beide oft gleichwertig gegenüber, bis eine Seite dem Druck nicht mehr gewachsen ist und zur unterlegenen Partei wird. Diese Rollen entstehen erst während des gesamten Mobbingprozesses.

Gründe

Die Gründe dafür, zu einem Opfer zu werden, können vielfältig sein: persönliche Krisen können dazu führen, dass man dem Druck nicht gewachsen ist, z.B. durch familiäre Probleme oder Krankheiten. Oft gibt aber auch die hierarchische Struktur die Rollen für eine Mobbingsituation bereits vor und schränkt die eigenen Handlungsmöglichkeiten von vornherein ein.

Der Beginn einer Mobbing-Situation ist oft nur für den Betroffenen spürbar. Er registriert kleine Veränderungen im Umgang, unerklärliche Stimmungswechsel und eine Veränderung im Umgang mit den Kollegen. Unter Umständen steigern sich diese Verhaltensmuster bis zu offenen Anfeindungen und Schikanen.

Für den Betroffenen wird die Situation schwierig, da eine offene Auseinandersetzung meist kaum möglich ist. Zudem kreisen die Gedanken auch im Privatbereich zunehmend um die Mobbing-Situation, mit der Folge, dass eine konzentrierte und effektive Arbeitsleistung kaum noch möglich ist.

Gerade im privaten Umfeld ist eine Aufarbeitung oft nicht möglich. Die Ratschläge reichen von :“Das darfst Du Dir nicht gefallen lassen“ bis „Du übertreibst/bist zu empfindlich“ und lassen den Betroffenen ratlos zurück. Daraus folgt nicht selten auch noch eine zunehmende soziale Isolation. Tiefe Verunsicherung tritt ein, die nachweislich krank machen kann und in Extremfällen auch schon zum Suizid geführt hat.