Die Ursachen für Mobbing

 

Das Entstehen von Mobbing kann sehr unterschiedliche Ursachen haben und allgemeine Erklärungen dazu sind kaum möglich. Bei vergleichbaren Rahmenbedingungen entsteht manchmal Mobbing und dann wieder auch nicht, so dass pauschale Aussagen nicht zu treffen sind. Bei der Betrachtung des Phänomens wird zunächst nach den Ursachen differenziert. Diese können in der Person des Täters, des Opfers oder in den betrieblichen Rahmenbedingungen liegen.

Organisations- und Führungsdefizite

Fehlende Führungskompetenz kann sich manchmal in Mobbing-Situationen niederschlagen. Vorgesetzte nutzen ihre vermeintliche Überlegenheit durch systematische Schikane aus oder greifen bei Mobbing unter Kollegen nicht ein, so dass sich die mobbenden Kollegen sicher fühlen können. In der heutigen Zeit spielt aber auch die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes eine große Rolle. Wer sich in der Gruppe behauptet und dies durch Schikanen anderer untermauert, rechnet sich manchmal größere Chancen aus, von einer Kündigung verschont zu bleiben. Die betrieblichen Umstände können jedoch Mobbing lediglich fördern, ausschlaggebend bleibt nach wie vor menschliches Verhalten.

Eigenes Verhalten ?

Ob es in der eigenen Persönlichkeitsstruktur liegt, ob man eher ein Opfer von Mobbing wird als andere, ist umstritten. Nach manchen Studien sollen Persönlichkeiten, die sich eher unterordnen und nicht offensiv eigene Standpunkte vertreten, öfter betroffen sein. Auch eine Außenseiterrolle kann unter Umständen eine Mobbing-Situation verstärken, so z.B. als einzige Frau in einem männerdominierten Beruf tätig zu sein oder eine große Altersdifferenz zu der Mehrheit der Kollegen.

Letztlich bestimmt jedoch zu großen Teilen die soziale Kompetenz von Führungspersönlichkeiten den Umgang der Gruppenmitglieder untereinander und die Rücksichtnahme auf vermeintlich schwächere Mitglieder der Gruppe.